Zukunft in jungen Händen – wie ein Handwerksbetrieb den Führungswechsel meisterte

Ein Inhaber, der loslassen wollte. Zwei junge Geschäftsführer, die übernehmen sollten. Ein Team, das an alten Strukturen hing. Der Übergang war komplex – emotional wie organisatorisch. Gemeinsam haben wir die Weichen gestellt: mit Offenheit, Klarheit und einem Wochenende auf der Hütte, das alles veränderte.

  • Branche: Handwerk
  • Unternehmensgröße: 30 Mitarbeitende, inhabergeführt
  • Projekt-DNA: Umbau / Neuaufbau
  • Themenfeld: Führungswechsel, Onboarding, Strukturaufbau, Kommunikation
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Die Herausforderung

Der inhabergeführte Handwerksbetrieb stand vor einem Generations- und Führungswechsel. Zwei junge Geschäftsführer-Aspiranten, beide Anfang 30, sollten künftig zwei Teilbereiche des Unternehmens führen. Der Inhaber wollte sich aus dem operativen Geschäft zurückziehen – nach Jahrzehnten, in denen er selbst das Zentrum des Unternehmens war.

Es galt, klare Verantwortlichkeiten zu schaffen, die Belegschaft mitzunehmen und Akzeptanz für den Wandel aufzubauen. Viele langjährige Mitarbeitende waren stark auf den Inhaber fokussiert und skeptisch, ob die jungen Nachfolger alles bewältigen würden.

Zugleich ging es um Zukunftsfähigkeit: Digitalisierung, neue Strukturen, neue Kommunikation. Der Wandel war unausweichlich – aber sensibel.

Der Wendepunkt

Ich kam über eine Empfehlung aus einem anderen Mandat ins Spiel. Der Inhaber schrieb mir eine Mail, kurz darauf trafen wir uns – und legten los. Meine Rolle: Mentor, Moderator und Wegweiser. Ich stand zwischen den Generationen, half beim Austarieren von Erwartungen, Emotionen und Rollen.

Ziel war, den Inhaber elegant aus dem Zentrum des Systems zu lösen – und gleichzeitig die beiden jungen Geschäftsführer in ihre neue Verantwortung hineinwachsen zu lassen.

Der Weg

Wir begannen mit einem klar strukturierten Prozess:

  • Erstes Vorgespräch im Unternehmen – Agenda, Zieldefinition, Klärung der Rollen
  • Anschließend ein Wochenend-Workshop auf einer Berghütte: Donnerstagabend bis Samstagmorgen
  • Schaffung eines neutralen Raumes, in dem alles ausgesprochen werden durfte – Ängste, Bedenken, persönliche Bedürfnisse, auch finanzielle Themen
  • Übergang in eine Unternehmensaufstellung – mit Symbolfiguren, um Zusammenhänge sichtbar zu machen


Gemeinsame Entwicklung einer zeitlichen Abfolge und Struktur, wie die Übergabe ablaufen kann.

Der Schlüsselmoment: Als der Inhaber und die beiden jungen Geschäftsführer offen über Erwartungen und Sorgen sprachen – und merkten, dass sie im Kern dasselbe wollten: den Erfolg des Unternehmens sichern.

Der Durchbruch

Aus der Offenheit auf der Hütte entstand Vertrauen. Die neue Führungsstruktur wurde konkret. Alle drei Seiten – Inhaber, Nachfolger, Mitarbeitende – hatten plötzlich ein gemeinsames Bild. Das Team spürte: Es geht weiter. Nicht anders, aber neu.

Der Inhaber konnte loslassen, die Nachfolger Verantwortung übernehmen. Das Unternehmen gewann neue Energie – nicht durch Kontrolle, sondern durch Klarheit.

Das Ergebnis

Heute steht der Betrieb mit klarer Struktur und neuer Führung:

  • Zwei junge Geschäftsführer, die ihre Bereiche eigenständig leiten
  • Klare Unternehmensstruktur mit definierten Verantwortlichkeiten
  • Akzeptanz und Vertrauen in der Belegschaft
  • Neues Verständnis für Führung und Kommunikation
  • Abgestimmte Nachfolge-Agenda mit zeitlicher Roadmap
  • Gezielte Neueinstellungen zur Unterstützung des Wandels
  • Change vollzogen – und der Inhaber bleibt als Mentor beratend verbunden

Der Übergang verlief nicht über Nacht, aber mit System – und vor allem mit Menschlichkeit.

„Klare Strukturen geben Orientierung – und machen Führung wirksam.“